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Volksgemeinschaft
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Volksgemeinschaft bezeichnete in der politischen Ideenwelt des 19. und 20. Jahrhunderts das (völkische) Ideal einer weitgehend konfliktfreien, harmonischen Gesellschaftsordnung, die Klassenschranken und Klassenkampf hinter sich gelassen hatte. Diese wurde als Gemeinschaft beschrieben, im Gegensatz zu dem Begriff der Gesellschaft, der als kĂŒnstlich und undeutsch abgelehnt wurde. Seit dem Ersten Weltkrieg benutzten fast alle deutschen Parteien diesen Begriff. Besonders wirkungsmĂ€chtig war die Formel von der Volksgemeinschaft in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur. 1937 definierte Meyers Konversations-Lexikon Volksgemeinschaft als „Zentralbegriff des nationalsozialistischen Denken[s]“.cite-ref-1[1]

Contents

‱ Siehe auch
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Begriffsgeschichte

Erstmals wurde das Wort Volksgemeinschaft wahrscheinlich in Gottlob August Tittels Übersetzung von 1791 eines Textes von John Locke verwendet. Volksgemeinschaft brachte dort die Wortfolge “in any [particular] place, generally” auf den Punkt.cite-ref-2[2]cite-ref-3[3] Zu Wissenschaftlern des neunzehnten Jahrhunderts, die von „Volksgemeinschaft“ sprachen, gehören Friedrich Schleiermacher, Friedrich Carl von Savigny, Carl Theodor Welcker, Johann Caspar Bluntschli, Hermann Schulze, Wilhelm Dilthey, Wilhelm Wundt und Ferdinand Tönnies.cite-ref-4[4]

Im Deutschen Kaiserreich

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden ethnische Zugehörigkeit und Sprache zu Kriterien der Bestimmung einer Nation.cite-ref-5[5] Der Nationsbegriff war stĂ€rker mit dem Begriff „Staat“ verknĂŒpft, „Volk“ dagegen ließ sich leichter ethnisch verstehen. Der Begriff „Volksgemeinschaft“ ersetzte zunehmend den bis dahin gelĂ€ufigen der „Volksnation“.cite-ref-6[6]

„Volksgemeinschaft“ als Gegenbild zur modernen, von Konflikten und sozialen GegensĂ€tzen geprĂ€gten Gesellschaft war fĂŒr verschiedene politische Gruppierungen – besonders fĂŒr konservative, aber auch liberale, nationalbolschewistische und christliche Bewegungen – attraktiv.cite-ref-7[7] Durch den von Ferdinand Tönnies herausgestellten Gegensatz von Gemeinschaft und Gesellschaft gewann der Begriff der Volksgemeinschaft an PopularitĂ€t. In ihm bilden sich die von Tönnies geprĂ€gten Antinomien ab: Einheit gegen PluralitĂ€t, Individualismus gegen Verbundenheit der Gemeinschaft, Sonderinteressen gegen Gemeinwohl. ZunĂ€chst war der Gemeinschafts-Begriff politisch noch weitgehend deutungsoffen; er konnte „national“, „sozialistisch“, „konservativ“ oder „völkisch“ interpretiert werden. Ein Teil dieser Volksgemeinschaften waren die gegen den Klassenkampf gerichteten Werksgemeinschaften, die ein harmonisches Miteinander von Arbeitgebern und Arbeitnehmern anstrebten.cite-ref-8[8] Sie wurden als „Gelbe“ diskreditiert (Gelb als Farbe des Verrats),cite-ref-9[9] konnten sich aber dennoch bis in die Weimarer Republik organisieren. Obwohl politisch im Liberalismus gegrĂŒndet, bildeten sich unter den Werksgemeinschaften auch andere politische Richtungen heraus, wie etwa mit der Deutschen Werkgemeinschaft (DW, ab 1921) Otto Dickels eine völkische Gruppierung mit monopolistischem Anspruch.cite-ref-10[10]

Das ethnisch definierte Volk war in dieser Vorstellungswelt nicht mehr klassisches Staatsvolk, fĂŒr das Institutionen und Recht eines Staates charakteristisch sind, sondern imaginierte Abstammungsgemeinschaften, gemeinschaftliches Blut und Boden waren die gemeinsamen Merkmale. Dementsprechend wurden die Begriffe von Staat und Staatsgebiet durch die von Volk und Lebensraum ersetzt. Dieser Lebensraum sei das Territorium des ethnisch definierten Volkes.

Die Staatswissenschaftler Johann Plenge und Rudolf KjellĂ©n popularisierten die Vorstellung von einem Staat, in dem „alle mit gleichem Anteil leben“, was auf Inklusion und HomogenitĂ€t abzielte. UnterstĂŒtzt wurde dieser Gedanke von so unterschiedlichen Gelehrten wie Franz Oppenheimer, Werner Sombart, Ferdinand Tönnies, Max Scheler, Friedrich Meinecke und Ernst Troeltsch. Die ethnische Definition des Volkes und die Vorstellung der HomogenitĂ€t entsprachen jedoch nicht der Zusammensetzung der Bevölkerung auf deutschem Staatsgebiet. Bereits 1911 wurde die Volksgemeinschaftsidee vom Alldeutschen Verband im Sinne von Ausgrenzung und Vertreibung Fremdsprachiger verstanden.cite-ref-11[11] Juden, Katholiken und nationale Minderheiten (preußische Polen, französischsprachige Lothringer, DĂ€nen in Nordschleswig) sollten nicht zur Volksgemeinschaft gehören. Hierbei taten sich insbesondere Georg von Below, Eduard Meyer, Dietrich SchĂ€fer und Reinhold Seeberg hervor, die der 1917 gegrĂŒndeten Deutschen Vaterlandspartei nahestanden.

Im Ersten Weltkrieg

Die Entwicklung zu einem politischen SchlĂŒsselbegriff erfolgte im Ersten Weltkrieg unter dem Eindruck des Augusterlebnisses von 1914. Nachdem im Reichstag sĂ€mtliche Abgeordnete den Kriegskrediten zugestimmt hatten, entstand in Teilen der Bevölkerung ein HochgefĂŒhl nationaler Einheit, das Kaiser Wilhelm II. in dem Satz zusammenfasste, er kenne keine Parteien mehr, sondern nur noch Deutsche.cite-ref-12[12] Zwei Tage vorher hatte auch die FĂŒhrung der sozialdemokratischen Gewerkschaften beschlossen, fĂŒr die Dauer des Krieges auf ArbeitskĂ€mpfe zu verzichten. In den GroßstĂ€dten kam es zu nationalistischen Massendemonstrationen. Die soziale, politische und konfessionelle Spaltung des deutschen Volkes schien sich in einem Taumel nationaler Begeisterung aufzulösen. Beeindruckt durch das „Augusterlebnis“ entwickelten zahlreiche Journalisten, Professoren und Intellektuelle 1914/15 in Artikeln und BroschĂŒren die Ideen von 1914, die den Krieg als Ausgangspunkt einer neuen nationalen Einheit feierten. An diese Publikationen konnten die Nationalsozialisten wĂ€hrend der Weimarer Republik mit ihren Volksgemeinschaftsparolen anschließen.

In der Weimarer Republik

Nach dem verlorenen Krieg wurde das völkische Denken in Deutschland tragender Konsens und bestimmend fĂŒr die nach Armin Mohler so benannte Konservative Revolution, bestehend aus völkischer Bewegung, Jungkonservativen, NationalrevolutionĂ€ren, Landvolkbewegung und Jugendbewegung (BĂŒndischen). Deutsche definieren sich angesichts ihrer ursprĂŒnglichen staatlichen Zersplitterung anders als beispielsweise Frankreich oder Großbritannien in der Regel nicht als Staatsnation und tendierten daher auch leichter zu einer Ethnisierung des Volksbegriffes. In der romantisch geprĂ€gten Jugendbewegung des Wandervogels und besonders des Jungdeutschen Ordens wurde die Volksgemeinschaft aufbauend auf kleine ĂŒberschaubare RĂ€ume (Nachbarschaftshilfe) als Ideal der kĂŒnftigen Gesellschaft propagiert. Gegen die vermeintlich anonyme, von ökonomischen NutzenĂŒberlegungen, egoistischem Individualismus und Parteienstreit (das Parlament galt als Schwatzbude) bestimmte „Gesellschaft“ sollte eine wahre demokratische Gemeinschaft des Volks verwirklicht werden. Mohler: „Nehmen wir beispielsweise das Individuum. In der ‚Konservativen Revolution‘ verliert es seinen unbedingten Wert und wird zum Teil eines Ganzen – zu einem Teil allerdings, der seine besondere WĂŒrde dadurch erhĂ€lt, dass er Teil eben dieses Ganzen ist.“ Nach Kellershohn gehört „der Primat des Ganzen, des Volkes, der Volksgemeinschaft“ zu den „Grundprinzipien des völkischen Denkens und bildet sicherlich nicht eine Grenze zwischen dem, was Mohler unter Konservativer Revolution versteht, und der NS-Ideologie.“

Im Nationalsozialismus

Die nationalsozialistische Lehre definierte die Volksgemeinschaft als „die auf blutmĂ€ĂŸiger Verbundenheit, auf gemeinsamem Schicksal und auf gemeinsamem politischen Glauben beruhende Lebensgemeinschaft eines Volkes, der Klassen- und StandesgegensĂ€tze wesensfremd sind. Die Volksgemeinschaft ist Ausgang und Ziel der Weltanschauung und Staatsordnung des Nationalsozialismus.“cite-ref-13[13] Dabei war die Zugehörigkeit zur arischen Rassecite-ref-14[14] zwar eine notwendige Bedingung fĂŒr die Zugehörigkeit zur (deutschen) Volksgemeinschaft, aber sie war nicht hinreichend. Die Volksgemeinschaft war eine Gesinnungsgemeinschaft, die das Bekenntnis zur Weltanschauung des Nationalsozialismus erforderte.

„Volksgemeinschaft“ im Nationalsozialismus versprach soziale Gemeinschaft, Überwindung der Klassengesellschaft, politische Einheit und nationalen Wiederaufstieg. Große Teile der deutschen Bevölkerung teilten diese sozialen Ziele und ließen sich durch diese Ziele mobilisieren. Außerdem wirkte der Begriff Volksgemeinschaft auch ausgrenzend: Wer im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie kein Volksgenosse war, konnte auch nicht an der Volksgemeinschaft teilhaben. Somit war die Teilhabe an der Volksgemeinschaft ausschließlich den im Sinne der Ideologie als Arier definierten Deutschen möglich. Die Vorstellung von einer Volksgemeinschaft war Motor fĂŒr die Wahlkampferfolge der NSDAP vor 1933; nach 1933 setzte sie erhebliche soziale SchubkrĂ€fte frei, die die Ausbreitung der nationalsozialistischen Organisationswelt vorantrieben. „Volksgemeinschaft“ wurde im gesellschaftlichen Alltag ganz unterschiedlich verwendet, wie Dietmar von Reeken und Malte Thießen bemerken: „Die soziale Wirksamkeit dieser Utopie setzte ihre Vieldeutigkeit voraus. [
] Je nach Interesse und Situation ließ sich der Begriff nationalistisch, antisemitisch oder militaristisch auslegen. Er entsprach Blut-und-Boden- oder Gleichheitsvorstellungen ebenso wie dem Leistungsgedanken, er stand fĂŒr Kameradschaft und Gemeinschaft (vs. Gesellschaft) oder Kultur (vs. Zivilisation) – und gelegentlich auch fĂŒr alles zusammen.“cite-ref-15[15] So wurde „Volksgemeinschaft“ zu einer Zentralmetapher fĂŒr die sozialen Seiten des NS-Staates und war eine der schlagkrĂ€ftigsten Formeln der NS-Propaganda. Insbesondere bei der jĂŒngeren Generation trugen der Begriff und sein Anspruch auf eine Modernisierung der staatlichen Einrichtungen zur Legitimation des NS-Regimes bei.

Mit dem Begriff der „Volksgemeinschaft“ wurde ein Ideal sozialer Geborgenheit, politischer Gerechtigkeit und nationaler Erneuerung der deutschen Gesellschaft propagiert. Wer allerdings nicht zur deutschen „Volksgemeinschaft“ gehörte oder gehören wollte, wurde ausgegrenzt, zum Feind erklĂ€rt oder sogar vernichtet. Merkmale dieser Ordnungsvorstellungen waren:

Integrationsvorstellungen

‱ Bekenntnis zur völkischen „Glaubens- und Kampfgemeinschaft“: „Erst wenn der ideale Drang nach UnabhĂ€ngigkeit in den Formen militĂ€rischer Machtmittel die kampfesmĂ€ĂŸige Organisation erhĂ€lt, kann der drĂ€ngende Wunsch eines Volkes in herrliche Wirklichkeit umgesetzt werden.“ (Adolf Hitler, Mein Kampf) Die ideologisch maßgebliche Tageszeitung hieß Völkischer Beobachter.
‱ Propagandistische Ausklammerung aller Unterschiede in Stand, Vermögen, Bildung und Wissen (dem allerdings spĂ€ter von Joseph Goebbels widersprochen wurde)
‱ FĂŒhrer- und Gefolgschaftsprinzip
‱ quasi-religiöses Gemeinschaftserlebnis durch Rituale wie MassenaufmĂ€rsche, FackelzĂŒge und nationalsozialistischer Weihnachtskult, Nachtkundgebungen mit „Lichtdomen“, Sakralisierung von Swastika und SS-Rune (Schutzstaffel), propagandistisch aufgezogene Straßensammlungen fĂŒr das Winterhilfswerk des Deutschen Volkes, den Eintopfsonntag, Ritualformeln (z. B. bei Gefallenen-Anzeigen: „In stolzer Trauer“) – (siehe auch Victor Klemperer, LTI – Notizbuch eines Philologen)
‱ konsequente nationalsozialistische Erziehung (siehe auch: Nationalpolitische Erziehungsanstalt, Erziehung im Nationalsozialismus)
‱ Ehrung der Mutter, zum Beispiel durch Mutterkreuz
‱ Mit Hilfe der Unterorganisation Kraft durch Freude (KdF) konnte die Regierung die Freizeitgestaltung der Deutschen beeinflussen. Ebenso ermöglichten die Gliederungen der Hitler-Jugend (Jungvolk, eigentliche Hitlerjugend, JungmĂ€del, Bund Deutscher MĂ€del und das BDM-Werk „Glaube und Schönheit“) dem nationalsozialistischen Regime Einflussnahme auf das Denken und Handeln der Kinder und Jugendlichen.

Rassistische und antisemitische Exklusion

‱ Der völkische Staat: „Wir haben schĂ€rfstens zu unterscheiden zwischen dem Staat als einem GefĂ€ĂŸ und der Rasse als dem Inhalt [
]. Das Deutsche Reich soll als Staat alle Deutschen umschließen mit der Aufgabe, aus diesem Volke die wertvollen BestĂ€nde an rassischen Urelementen nicht nur zu sammeln und zu erhalten, sondern langsam und sicher zur beherrschenden Stellung emporzufĂŒhren.“cite-ref-16[16]
‱ Durch die Deutsche Arbeitsfront wurden Arbeitnehmer stĂ€rker in diese „Volksgemeinschaft“ eingebunden und Nicht-Anpassungswillige kurzerhand als „VolksschĂ€dlinge“ in Erziehungslager deportiert.
‱ „Arisierung“, die Enteignung der jĂŒdischen Bevölkerung.
‱ Germanisierung und „Verteidigung“ des „Deutschtums“ und der Volksdeutschen durch Eroberungskrieg.
‱ Rechtfertigung des Verbots von Gewerkschaften, der Verfolgung und Deportation von Homosexuellen, Kommunisten und Sozialisten, der Zwangssterilisation Behinderter, der Rassenhygiene durch Vernichtung, des Antiziganismus und des Antisemitismus bis hin zum Holocaust.

Kontroversen ĂŒber den RealitĂ€tsgehalt der nationalsozialistischen „Volksgemeinschaft“

Kontrovers wird in der Forschung die Frage diskutiert, ob die „Volksgemeinschaft“ der Nationalsozialisten in erster Linie eine Propagandaparole war oder ob und inwieweit sie auch die soziale RealitĂ€t der „arischen“ deutschen Gesellschaft geprĂ€gt hat. Hans-Ulrich Wehler rechnet es zu den „unleugbaren Erfolgen“ des NS-Regimes, dass sich in der Bevölkerung (soweit sie nicht aus der Volksgemeinschaft ausgeschlossen war) das GefĂŒhl wachsender sozialer Gleichheit verbreitete: Klassenschranken und StĂ€ndetraditionen wurden anscheinend energisch zugunsten einer deutlich erhöhten sozialen MobilitĂ€t abgebaut, was sich an den steilen Karrieren Hunderttausender im MiliĂ€r, in der BĂŒrokratie und den Exekutivorganen der Partei, aber auch im Staatsdienst und in der Wirtschaft gezeigt habe. Im Krieg habe sich dieser Elitenwechsel dann noch einmal stark beschleunigt. Dieser fĂŒr die Zeitgenossen deutlich wahrnehmbare Effekt minimiere sich aber im RĂŒckblick, insofern als die Klassenstruktur in (West-)Deutschland von der Weimarer Republik ĂŒber die NS-Zeit bis in die Bundesrepublik hinein weitgehend konstant geblieben sei.cite-ref-17[17]

Frank Bajohr und Michael Wildt vertreten dagegen die Ansicht, man dĂŒrfe die Formel von der Volksgemeinschaft nicht so verstehen, als seien „soziale Differenzen oder Eigentums- und BesitzverhĂ€ltnisse im NS-Deutschland eingeebnet worden“. Vielmehr sei die Volksgemeinschaft in erster Linie eine „Verheißung“ geblieben.cite-ref-18[18] Im krassen Gegensatz dazu behauptet Götz Aly, das NS-Regime habe fĂŒr ein „in Deutschland bis dahin nicht gekanntes Maß an Gleichheit und sozialer AufwĂ€rtsmobilisierung“ gesorgt.cite-ref-19[19] ZurĂŒckhaltender argumentiert Michael GrĂŒttner, der in seinem Beitrag fĂŒr das Handbuch der deutschen Geschichte („Gebhardt“) davon ausgeht, „dass zumindest in Teilbereichen der deutschen Gesellschaft“ tatsĂ€chlich ernsthafte Versuche unternommen wurden, das Volksgemeinschaftskonzept in die Praxis umzusetzen. Vor allem im Reichsarbeitsdienst, in der Hitlerjugend und im MilitĂ€r habe es „signifikante Egalisierungsprozesse“ gegeben.cite-ref-20[20] Jörg Echternkamp erklĂ€rt in dem von ihm neugefassten Band Das Dritte Reich (Oldenbourg Grundriss der Geschichte) die Massenzustimmung zum NS-Regime in den 1930er Jahren mit dem verbreiteten GefĂŒhl, „in einer neuen, von sozialer Gleichheit geprĂ€gten Gemeinschaft zu leben“. TatsĂ€chlich sei es bei der Volksgemeinschaft aber nicht um den Wohlfahrtsstaat oder soziale Gleichheit gegangen, sondern darum, „eine rasseideologisch definierte Zahl von Menschen im Sinne des ewigen Rassenkampfes durch soziale Kontrolle zu optimieren“. Insofern sei die Volksgemeinschaft nur scheinbar egalitĂ€r gewesen, weil sie auf der Exklusion der „Gemeinschaftsfremden“ basiert habe, „die dem NS-Terror gnadenlos ausgesetzt waren“.cite-ref-21[21]

Nach Ludolf Herbst kam es in der Frage des totalen Arbeitseinsatzes im Zuge des totalen Krieges nach der Niederlage in Stalingrad zu einer Verschlechterung der Stimmung in der Arbeiterschaft, da das Regime selbst unter den Bedingungen des totalen Krieges die Volksgemeinschaft nicht zu verwirklichen verstand beziehungsweise es gar nicht erst versuchte. Die Meldungen aus dem Reich konstatierten am 4. Februar 1943, das man „vor allem in der Arbeiterschaft“ „geradezu mit Spannung“ darauf warte, „ob die Angehörigen der Oberschicht auch wirklich gerecht mit einbezogen werden“. Die Maßnahmen wurden skeptisch beobachtet; jede Ausnahme und DrĂŒckebergerei wurde sorgfĂ€ltig registriert und nĂ€hrte den Verdacht, dass die „besseren Schichten“ anders behandelt wĂŒrden. Die Arbeiterschaft blieb misstrauisch und fand sich eher bestĂ€tigt.cite-ref-22[22]

Nach 1945: Folgen der Volksgemeinschaft und Erinnerung

Nach Kriegsende war „Volksgemeinschaft“ zwar als Leitbegriff in politischen Programmen diskreditiert. Allenfalls die Deutsche Reichspartei (DRP) und die Sozialistische Reichspartei (SRP) warben in den 1950er und 1960er Jahren mit der Volksgemeinschaft als Wahlziel.cite-ref-23[23] Trotzdem finden sich auch jenseits des rechtsradikalen Spektrums in vielen politischen Debatten offensichtliche BezĂŒge oder sogar explizite ErwĂ€hnungen der „Volksgemeinschaft“. Der Zeithistoriker Malte Thießen schreibt, dass in Debatten im Deutschen Bundestag um EntschĂ€digungen, um NS-Kriegsverbrecher oder Emigranten „völkische“ Grenzen gezogen wurden, an denen die Nachwirkungen der Volksgemeinschaft deutlich werden.cite-ref-24[24] Noch deutlichere Hinweise findet man laut Malte Thießen in Interviews mit Zeitzeugen: Hier werde die „Volksgemeinschaft“ so oft gebraucht, weil sie „als Kontrastfolie zur heutigen Zeit [dient], in der es nach Ansicht der Zeitzeugen keinen Zusammenhalt, keine Kameradschaft oder gegenseitige Hilfe mehr gibt“.cite-ref-25[25] Noch schwerere Folgen habe die „Volksgemeinschaft“ demnach bei Erinnerungen von ehemals Verfolgten. Interviews mit als Juden, Kommunisten oder politisch Verfolgten oder mit WiderstandskĂ€mpfern zeigen nach Auffassung Thießens, dass die Grenzen der „Volksgemeinschaft“ auch nach 1945 empfunden wurden. Die ehemals Verfolgten fĂŒhlten sich z. T. bis heute als Ausgeschlossene bzw. als „Gemeinschaftsfremde“ und beziehen sich daher auf die „Volksgemeinschaft“.cite-ref-26[26]

Nachwirkungen zeigt die „Volksgemeinschaft“ insbesondere noch in der politischen Kultur der NPD (2023 umbenannt in Die Heimat). Diese wirbt mit Parolen wie „Volksgemeinschaft statt Kapitalismus“ um WĂ€hlerstimmen und instrumentalisiert scheinbar schöne Werte der NS-Zeit fĂŒr ihre Zwecke. In ihrem Parteiprogramm von 2010 hieß es noch: „Volksherrschaft setzt die Volksgemeinschaft voraus“.cite-ref-27[27] Im NPD-Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 17. Januar 2017 war die Auseinandersetzung mit dem „von ihr vertretene[n] Konzept ethnischer Definition der ‚Volksgemeinschaft‘“ ein zentraler Aspekt bei der Feststellung verfassungswidriger Ziele der Partei:cite-ref-platzdasch-28-0[28]

„Dieses politische Konzept missachtet die MenschenwĂŒrde aller, die der ethnischen Volksgemeinschaft nicht angehören, und ist mit dem grundgesetzlichen Demokratieprinzip unvereinbar.“cite-ref-29[29]cite-ref-salzborn-30-0[30]

Das aktuelle Parteiprogramm der FPÖ aus dem Jahr 2015 spricht davon, dass „die ĂŒberwiegende Mehrheit der Österreicher 
 Teil der deutschen Volks-, Sprach- und Kulturgemeinschaft“ sei.cite-ref-31[31]

Der Jurist und Journalist GĂŒnter Platzdasch hebt hervor, dass das Bundesverfassungsgericht nur die Begriffsverwendung der NPD als mit dem Grundgesetz unvereinbar beurteilt habe. Mit dem Soziologen Helmut Schelsky verweist er auf historische Differenzen des Begriffsinhalts vor, wĂ€hrend und nach der Zeit des Nationalsozialismus. Als Beispiel anderer Absichten der Begriffsverwendung nennt er etwa den Staatsrechtler Hermann Heller, der 1934 gegen die Fiktion einer „sozial und politisch homogene[n] Volksgemeinschaft“ betonte, dass die „Wirklichkeit von Volk und Nation [
] aber in aller Regel keine Einheit [zeigt], sondern einen Pluralismus“.cite-ref-platzdasch-28-1[28]

Der Antisemitismusforscher Samuel Salzborn sah dagegen 2018 „Volksgemeinschaft“ als „historisch und untrennbar mit dem Nationalsozialismus verbunden“. Schon der Begriff selbst sei in einer Demokratie „unhaltbar“, da er eine zweifache Ausschließung produziere: Im Gegensatz zu Nation sei Volk nicht durch rationale, demokratische Kriterien definiert wie die Entscheidung, dazuzugehören oder nicht, sondern „durch vorpolitische Aspekte wie die Fiktion einer vorgeblich gemeinsamen Abstammung eines Kollektivs.“ In diesem Zusammenhang bilde Gemeinschaft einen Gegensatz zur offenen, letztlich freiwilligen Gesellschaft. Unter Verweis auf das BVerfG-Urteil 2017 fasst Salzborn zusammen, Volksgemeinschaft stehe nur fĂŒr Zwang, sei „repressiv und totalitĂ€r sowohl gegenĂŒber den Ein- wie Ausgeschlossenen“. Beeinflusst durch die Neue Rechte, versuche die AfD, den Begriff, allgemeiner die völkische Terminologie der Nazi-VorlĂ€ufer, als nicht genuin antidemokratisch darzustellen und wieder öffentlich verwendbar zu machen.cite-ref-salzborn-30-1[30] So appellierte die AfD Sachsen-Anhalt in einem Weihnachtsgruß 2015 an die „Verantwortung fĂŒr die Volksgemeinschaft“.cite-ref-32[32]cite-ref-salzborn-30-2[30] Ihr Vorsitzender AndrĂ© Poggenburg argumentierte, das Kompositum sei ebenso wie die in ihm „enthaltenen Worte Volk und Gemeinschaft [
] in keiner Weise negativ zu sehen“.cite-ref-33[33]

Siehe auch
Literatur

‱ Frank Bajohr, Michael Wildt (Hrsg.): Volksgemeinschaft. Neue Forschungen zur Gesellschaft des Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-596-18354-8 (Inhaltsverzeichnis (PDF; 66 kB) und Rezension bei H-Soz-u-Kult).
‱ Steffen Bruendel: Volksgemeinschaft oder Volksstaat. Die „Ideen von 1914“ und die Neuordnung Deutschlands im Ersten Weltkrieg. Akademie, Berlin 2003, ISBN 3-05-003745-8.
‱ Norbert Götz: Ungleiche Geschwister. Die Konstruktion von nationalsozialistischer Volksgemeinschaft und schwedischem Volksheim. Baden-Baden 2001 (PDF; 70 MB).
‱ Franz Janka: Die braune Gesellschaft. Ein Volk wird formatiert. Verlag der Evangelischen Gesellschaft, Stuttgart 1997, ISBN 3-7918-1975-5.
‱ Heiko Kauffmann, Helmut Kellershohn, Jobst Paul (Hrsg.): Völkische Bande. Dekadenz und Wiedergeburt. Analysen rechter Ideologie. Unrast, MĂŒnster 2005, ISBN 3-89771-737-9.
‱ Nicole Kramer, Armin Nolzen (Hrsg.): Ungleichheiten im „Dritten Reich“. Semantiken, Praktiken, Erfahrungen (= BeitrĂ€ge zur Geschichte des Nationalsozialismus, Band 28). Wallstein Verlag, Göttingen 2012, ISBN 3-8353-1113-1.
‱ Steffen Raßloff: Flucht in die nationale Volksgemeinschaft. Das Erfurter BĂŒrgertum zwischen Kaiserreich und NS-Diktatur. Böhlau, Köln [u. a.] 2003, ISBN 3-412-11802-8.
‱ Dietmar von Reeken, Malte Thießen (Hrsg.): „Volksgemeinschaft“ als soziale Praxis. Neue Forschungen zur NS-Gesellschaft vor Ort. Paderborn 2013, ISBN 978-3-506-77745-4.
‱ Detlef Schmiechen-Ackermann, Marlis Buchholz, Bianca Roitsch, Christiane Schröder (Hg.): Der Ort der â€șVolksgemeinschaftâ€č in der deutschen Gesellschaftsgeschichte. Paderborn 2018, ISBN 978-3-506-78648-7.
‱ Lil-Christine Schlegel-Voß: Alter in der „Volksgemeinschaft“. Zur Lebenslage der Ă€lteren Generation im Nationalsozialismus. Duncker & Humblot, Berlin 2005, ISBN 978-3-428-11547-1 (zugl. Diss., Univ. Marburg, 2003).
‱ Karsten-Heinz Schönbach: Die Illusion der „Volksgemeinschaft“ – BĂŒndnis zwischen Großindustrie und NS-FĂŒhrung gegen die Arbeiterschaft. In: JahrBuch fĂŒr Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Heft I/2013.
‱ Martina Steber, Bernhard Gotto (Hrsg.): Visions of Community in Nazi Germany – Social Engineering and Private Lives. Oxford University Press, Oxford 2014, ISBN 978-0-19-968959-0.
‱ Sybille Steinbacher: Volksgenossinnen. Frauen in der NS-Volksgemeinschaft (= BeitrĂ€ge zur Geschichte des Nationalsozialismus, Band 23). Wallstein, Göttingen 2007, ISBN 978-3-8353-0188-7.
‱ Michael Stolleis: Gemeinschaft und Volksgemeinschaft. Zur juristischen Terminologie im Nationalsozialismus. In: Vierteljahrshefte fĂŒr Zeitgeschichte, Heft 1, 1972 (PDF; 1 MB), ĂŒbernommen in: Michael Stolleis: Recht im Unrecht. Studien zur Rechtsgeschichte des Nationalsozialismus. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1994 (2. Auflage mit neuem Nachwort, 2012).
‱ Dietmar SĂŒĂŸ: „Volksgemeinschaft“ und Vernichtungskrieg. Gesellschaft im nationalsozialistischen Deutschland. In: Dietmar SĂŒĂŸ, Winfried SĂŒĂŸ (Hrsg.): Das Dritte Reich. Eine EinfĂŒhrung. Pantheon, MĂŒnchen 2008, ISBN 978-3-570-55044-1, S. 79–102.
‱ Malte Thießen: Erinnerungen an die „Volksgemeinschaft“. Integration und Exklusion im kommunalen und kommunikativen GedĂ€chtnis. In: Detlef Schmiechen-Ackermann (Hg.): „Volksgemeinschaft“: Mythos, wirkungsmĂ€chtige soziale Verheißung oder soziale RealitĂ€t im „Dritten Reich“? (= Nationalsozialistische „Volksgemeinschaft“, Bd. 1). Schöningh, Paderborn 2012, ISBN 978-3-506-77165-0, S. 319–334.
‱ Michael Wildt: Volksgemeinschaft als SelbstermĂ€chtigung. Gewalt gegen Juden in der deutschen Provinz 1917–1939. Hamburger Edition, 2007; ausfĂŒhrl. Rez. Hans Mommsen, FR Literaturbeilage 21. MĂ€rz 2007, S. 18 (Rezension literaturkritik.de).

Weblinks

Wiktionary: Volksgemeinschaft

– BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

‱ Ungleichheiten in der nationalsozialistischen „Volksgemeinschaft“ – Bericht ĂŒber die Sektion „Ungleichheiten in der nationalsozialistischen ‚Volksgemeinschaft‘“ des Historikertages 2008 von Malte Thießen
‱ Der Historiker Bernd Kleinhans zum Thema Volksgemeinschaft
‱ DHM: Volksgemeinschaft
‱ „Jugend in Deutschland 1918–1945“ – Volksgemeinschaftsideologie in der Hitlerjugend (NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln)
‱ Michael Wildt: Volksgemeinschaft, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 3. Juni 2014
‱ „Volksgemeinschaft“, Webseite der Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung (bpb)
‱ Karsten Uhl: Geschichte und Gegenwart des Konzepts der „Volksgemeinschaft“, in: Verheißungen der Ungleichheit in der Leistungsgemeinschaft (Reflexionen 2021), Stiftung GedenkstĂ€tten Buchenwald und Mittelbau-Dora

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Bd. 2 Sp. 1279, nach Hilde Kammer/Elisabet Bartsch, Nationalsozialismus. Begriffe aus der Zeit der Gewaltherrschaft 1933–1945, S. 222.
cite-note-22. ↑ Norbert Götz: Die nationalsozialistische Volksgemeinschaft im synchronen und diachronen Vergleich. In: Detlef Schmiechen-Ackermann (Hg.): ‚Volksgemeinschaft‘: Mythos, wirkungsmĂ€chtige soziale Verheißung oder soziale RealitĂ€t im ‚Dritten Reich‘?, Schöningh, Paderborn 2012, S. 55–67, hier S. 57.
cite-note-33. ↑ John Locke: Vom menschlichen Verstande. Zu leichtem und fruchtbarem Gebrauch zergliedert und geordnet von Gottlob August Tittel. Mannheim 1791, S. 41 f.; vgl. John Locke: Works, Bd. 1, London 1751, S. 17.
cite-note-44. ↑ Norbert Götz: Ungleiche Geschwister: Die Konstruktion von nationalsozialistischer Volksgemeinschaft und schwedischem Volksheim. Nomos, Baden-Baden 2001.
cite-note-55. ↑ Eric Hobsbawm: Nationen und Nationalismus. Mythos und RealitĂ€t seit 1780, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-593-37778-0, S. 122.
cite-note-66. ↑ Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Bd. 3: Von der Deutschen Doppelrevolution bis zum Begriff des Ersten Weltkriegs 1849–1914. MĂŒnchen 1995, ISBN 3-406-32263-8, S. 951.
cite-note-77. ↑ Michael Haibl: Volksgemeinschaft. In: Wolfgang Benz, Hermann Graml und Hermann Weiß (Hrsg.): EnzyklopĂ€die des Nationalsozialismus. Klett-Cotta, Stuttgart 1997, S. 786.
cite-note-88. ↑ Jörn Retterath: „Was ist das Volk?“ Volks- und Gemeinschaftskonzepte der politischen Mitte in Deutschland 1917–1924. Walter de Gruyter, 2016, ISBN 978-3-11046-454-2, S. 319.
cite-note-99. ↑ E. Heller, Wie Farben wirken. Farbpsychologie, Farbsymbolik, kreative Farbgestaltung und A. Rabbow, Lexikon politischer Symbole, in: Farben als Wegweiser in der Politik. Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung, abgerufen am 23. Oktober 2016.
cite-note-1010. ↑ Paul Hoser: Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP), 1920–1923/1925–1945. Historisches Lexikon Bayerns, 12. Februar 2007.
cite-note-1111. ↑ Peter Walkenhorst: Nation – Volk – Rasse. Radikaler Nationalismus im Deutschen Kaiserreich 1890–1914. Göttingen 2007, ISBN 978-3-525-35157-4, S. 222.
cite-note-1212. ↑ Zit. in: Sönke Neitzel: Weltkrieg und Revolution 1914–1918/19. Berlin 2008, S. 29.
cite-note-1313. ↑ Der Volksbrockhaus A–Z, 10. Auflage, F. A. Brockhaus, Leipzig 1943, S. 741.
cite-note-1414. ↑ Der Begriff geht zurĂŒck auf die Mitte des 19. Jh., vgl. Cornelia Schmitz-Berning, Vokabular des Nationalsozialismus, de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-019549-1, S. 54 f.
cite-note-1515. ↑ Dietmar von Reeken, Malte Thießen: Volksgemeinschaft als soziale Praxis? Perspektiven und Potenziale neuer Forschungen vor Ort. In: Dies. (Hrsg.): Volksgemeinschaft als soziale Praxis. Neue Forschungen zur NS-Gesellschaft vor Ort. Paderborn 2013, S. 21.
cite-note-1616. ↑ Adolf Hitler: Mein Kampf. Zwei BĂ€nde in einem Buch, Zentralverlag der NSDAP, Eher Nachf. Verlag, MĂŒnchen 1935, S. 432, 439.
cite-note-1717. ↑ Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Bd. 4: Vom Beginn des Ersten Weltkrieges bis zur GrĂŒndung der beiden deutschen Staaten 1914–1949. C.H. Beck, MĂŒnchen 2003, S. 715 ff.
cite-note-1818. ↑ Frank Bajohr, Michael Wildt (Hrsg.): Volksgemeinschaft. Neue Forschungen zur Gesellschaft des Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt am Main 2009, S. 8.
cite-note-1919. ↑ Götz Aly: Hitlers Volksstaat. Frankfurt am Main 2005, S. 38.
cite-note-2020. ↑ Michael GrĂŒttner: Das Dritte Reich. 1933–1939 (= Handbuch der deutschen Geschichte, Band 19). Klett-Cotta, Stuttgart 2014, S. 330 ff.
cite-note-2121. ↑ Jörg Echternkamp: Das Dritte Reich. Diktatur, Volksgemeinschaft, Krieg (= Oldenbourg Grundriss der Geschichte, Bd. 45). De Gruyter Oldenbourg, Berlin/Boston 2018, ISBN 978-3-486-75569-5, S. 65.
cite-note-2222. ↑ Ludolf Herbst: Der Totale Krieg und die Ordnung der Wirtschaft. Die Kriegswirtschaft im Spannungsfeld von Politik, Ideologie und Propaganda 1939–1945. Stuttgart 1982, S. 206, 218 f., 230.
cite-note-2323. ↑ Der Spiegel 4/1960: Deutsche Reichspartei, S. 21.
cite-note-2424. ↑ Malte Thießen: Schöne Zeiten? Erinnerungen an die „Volksgemeinschaft“ nach 1945. In: Frank Bajohr, Michael Wildt (Hrsg.): Volksgemeinschaft. Neue Forschungen zur Gesellschaft des Nationalsozialismus. Frankfurt am Main 2009, S. 165–187, hier S. 169–170.
cite-note-2525. ↑ Zitiert nach Malte Thießen: Schöne Zeiten? Erinnerungen an die „Volksgemeinschaft“ nach 1945. In: Frank Bajohr, Michael Wildt (Hrsg.): Volksgemeinschaft, S. 179.
cite-note-2626. ↑ Malte Thießen: Erinnerungen an die „Volksgemeinschaft“. Integration und Exklusion im kommunalen und kommunikativen GedĂ€chtnis. In: Detlef Schmiechen-Ackermann (Hg.): „Volksgemeinschaft“: Mythos, wirkungsmĂ€chtige soziale Verheißung oder soziale RealitĂ€t im „Dritten Reich“?, Schöningh, Paderborn 2012, S. 319–334.
cite-note-2727. ↑ Zitiert nach Holger OppenhĂ€user: Die nationalistische Sicht auf Demokratie. In: Fabian Virchow, Anke Hoffstadt, Cordelia Heß, Alexander HĂ€usler (Hrsg.): Handbuch Rechtsextremismus. Springer VS, Wiesbaden 2025, S. 15 (kostenpflichtiges Digitalisat).
cite-note-platzdasch-2828. ↑ GĂŒnter Platzdasch: Walter Benjamin und das NPD-Urteil. 17. Januar 2017, abgerufen am 16. April 2019.
cite-note-2929. ↑ BVerfG: Urteil des Zweiten Senats vom 17. Januar 2017 – 2 BvB 1/13 (Leits. 9).
cite-note-salzborn-3030. ↑ Samuel Salzborn: Antisemitism in the ‘Alternative for Germany’ Party, German Politics and Society 36:3 (2018), S. 74–93.
cite-note-3131. ↑ Österreich zuerst – Parteiprogramm der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ). Beschlossen vom Bundesparteitag der Freiheitlichen Partei Österreichs am 18. Juni 2011 in Graz (PDF, abgerufen am 4. Februar 2025).
cite-note-3232. ↑ Neurechter Kurs: Die AfD und die „Volksgemeinschaft“, tagesschau.de, 29. Dezember 2015.
cite-note-3333. ↑ Jens Wietschorke: Volk. In: Brigitta Schmidt-Lauber, Manuel Liebig (Hrsg.): Begriffe der Gegenwart. Ein kulturwissenschaftliches Glossar. Böhlau, Wien 2022, ISBN 978-3-205-21272-0, S. 271–277, hier S. 272.